Wo sind sie, die engagierten und talentierten Mitarbeiter?

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Wie durch Employee Experience Arbeitgeber und -nehmer profitieren

Klingt vielversprechend: Mitarbeiter, die nicht nur engagiert sind, sondern auch echt was draufhaben. Obendrein gehen diese auch noch gerne zur Arbeit, weil sie sich dort einfach wohl fühlen. Wunschdenken? Nein, denn der zweitägige Workshop von SYMBIOS zeigt praxisnahe, wie der neue Ansatz des Employee Experience echtes Mitarbeiter-Engagement mit sich bringt, welche Vorteile Arbeitgeber davon haben und wie sich das alles tatsächlich in der Praxis umsetzen lässt.

Engagement-Studien zeigen regelmäßig eine erschreckende Ist-Stand-Situation betreffend die Zufriedenheit am Arbeitsplatz:

  • Gallup: nur 12% echt engagierte Mitarbeiter mit hoher Bindung an das Unternehmen, 87 % betreiben Dienst nach Vorschrift oder haben sogar schon innerlich gekündigt (Quelle: Gallup Engagement Index 2016, Werte gültig für Österreich)
  • BM für Arbeit und Soziales: 40 % echt Engagierte (Quelle: Forschungsprojekt des dt. Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Feb. 2008, Werte gültig für Deutschland)
  • Steelcase: Nur 13 % stark Engagierte mit hoher Mitarbeiterzufriedenheit (Quelle: Steelcase Global Report, 2016)

Attraktive Arbeitsumfelder gestalten und Mitarbeiter halten mit „Employee Experience“

Auch wenn das Forschungsdesign der hier genannten Studien zum Teil stark voneinander abweicht, so steht doch eines fest: Es besteht Handlungsbedarf. Denn, gerade im heutigen Wettbewerbsumfeld sind engagierte Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen verbunden fühlen und nicht gleich beim erstbesten "unmoralischem Angebot" wieder weg sind, wichtiger denn je.

Employee Experience, kurz EX, ist ein junge, im deutschsprachigen Raum noch relativ unbekannte Sichtweise, die sich mit der wichtigen Frage auseinandersetzt: Wie müssen Arbeitsumfelder gestaltet werden, damit genau das möglich wird? Und zwar zum Vorteil der Mitarbeiter und des Unternehmens. Und, schafft EX tatsächlich eine Win-Win-Situation, von der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen profitieren? Vieles spricht dafür!

Viele Unternehmen bemühen sich darum, Talente zu gewinnen und das Engagement und die Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Unternehmen zu erhöhen. Dabei wird einiges unternommen, um die Situation zu verbessern. So werden Unsummen in diverse Teamentwicklungs- und Führungskräfte-Programme investiert. Klingende Projekte wie Employer Branding- und New Work-Intitiativen, Kulturtransformationsprojekte, Visions- und Leitbilderstellungsprozesse werden auf die Beine gestellt, jedoch leider nur mit mäßigem Erfolg.

Erfolglos: Die gratis Obstschüssel

Studien bringen es ans Tageslicht: Das Engagement und die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen stiegen über die Jahre hinweg kaum. Auch Investitionen in Mitarbeiter-Benefits wie etwa Gratis-Essen, Flexibilisierung der Arbeitszeit oder Yoga- und Fitnessangebote brachten wenn, dann oft nur sehr kurzfristigen Erfolg. Diese gutgemeinten Benefits werden rasch zur Gewohnheit und sind mittlerweile – erfreulicherweise - bei vielen Unternehmen Standard und keinesfalls ein Wettbewerbsvorteil.

Generation Millenials – verwöhnt und illoyal?

Liegt es eventuell an den gestiegenen Ansprüchen der Mitarbeiter oder gar an einer neuen Generation von Mitarbeitern, die nur fordert ohne wirklich leisten zu wollen? Nein! Die Ursache für dieses Phänomen liegt vielmehr daran, dass Unternehmen viel zu sehr darauf fokussiert sind, das Verhalten und das Engagement der Mitarbeiter, sowie die Kultur des Unternehmens direkt beeinflussen zu wollen. Das ist allerdings zum Scheitern verurteilt und kann nicht funktionieren.
Denn, weder das Verhalten eines Menschen, noch sein Engagement und auch nicht die Kultur eines Unternehmens können unmittelbar verändert werden.
Jeder, der schon mal versucht hat, sein eigenes Verhalten zu verändern, weiß, was das für ein schwieriges Unterfangen ist. Die vielen gescheiterten Neujahresvorsätze zeigen das immer wieder aufs Neue. Und jeder, der schon mal bei seinem Lebenspartner versucht hat, sein Verhalten zu verändern, weiß, dass das außer zu Frust zu nichts führt.

Die Kultur eines Unternehmens oder das Verhalten und das Engagement eines Mitarbeiters direkt und unmittelbar verändern zu wollen, ist ein genauso sinnloses Unterfangen, wie wenn man versuchen würde, den Schatten eines Objektes verändern zu wollen und dabei das Objekt, das den Schatten wirft, unangetastet zu lassen.

 

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Umdenken mit Employee Experience: Eine andere Sichtweise

Gefordert sind daher ein Umdenken und eine neue Sichtweise, die die Ursachen an der Wurzel packt und nicht vergeblich versucht, die Symptome bzw. den Schatten zu behandeln.
Employee Experience bietet hierzu einen vielversprechenden Ansatz.

Doch was ist Employee Experience (EX)? Unter EX versteht man die Erfahrungen, die ein Mitarbeiter mit seinem Arbeitgeber macht. Dieses Gesamtbild der Erfahrungen ergibt sich aus den unzähligen Interaktionen, die ein Mitarbeiter mit dem Umfeld hat, in dem er arbeitet. Hierzu zählen insbesondere:

  • die Interaktionen mit dem sozio-kulturellem Umfeld (Kollegen, Führungskräften, Kunden, Lieferanten…),
  • die Interaktionen mit dem räumlichen Umfeld (Arbeitsplatz, Büroraum, Gebäude…) 
  • und die Interaktionen mit dem technologischen Umfeld (digitale und analoge Technologien, Arbeitsmittel, Geräte, Maschinen...)

Gute Stimmung – gutes Verhalten

Doch, warum ist das wichtig? Wir Menschen verhalten uns immer in Abhängigkeit vom Kontext bzw. vom Umfeld, in dem wir uns befinden. Das Umfeld beeinflusst unsere Emotionen, unsere Stimmung und unser Verhalten. Diese wiederum beeinflussen mit der Zeit die Kultur.
Verändert sich das Umfeld, verändern sich auch unsere Stimmung und unsere Emotionen und wir Menschen passen unser Verhalten an.
Beim Sonnenuntergang am Meer entstehen andere Emotionen und Stimmungen als beim Krankenhausbesuch. In der Oper verhalten wir uns anders als auf dem Rockkonzert. Beim Business Brunch anders als im Fußballstadion.

(Positives) Abenteuer Arbeit

Zweck der EX ist es daher, ein Umfeld zu schaffen, das bestimmte Wirkungen erzeugt und ein bestimmtes Verhalten sowie eine bestimmte Kultur fördert. Das Ziel: Positive Arbeitserlebnisse und positive Berufserfahrungen. Erlebnisse und Erfahrungen, auf die man als Mensch gerne zurückblickt.

Unternehmen wie etwa AirBnB, Apple, Google, Facebook und andere haben das früh erkannt. Sie betrachten das Arbeitsumfeld nicht mehr nur ausschließlich als Kostenfaktor, sondern als strategische Ressource. Eine strategische Ressource, in die sie bewusst und gezielt investieren, um das Arbeitserlebnis der Mitarbeiter zu verbessern und bestimmte, strategisch wichtige Wirkungen zu erzeugen. Diese Firmen haben erkannt, dass das Arbeitsumfeld prägend ist für das Verhalten und das Engagement der Mitarbeiter sowie für die Kultur des Unternehmens. Diese Unternehmen wissen auch, dass nur das Umfeld jene Stellschrauben bietet, an denen es sinnvoll ist zu drehen, um für das Unternehmen wichtige Effekte zu erzielen.

Und das bringt’s?

IBM führte 2016 eine globale Studie zur Employee Experience durch - und kam dabei zu folgenden beeindruckenden Ergebnissen: Unternehmen, die in die Employee Experience investieren, können mit deutlich engagierteren Mitarbeitern rechnen. Mit Mitarbeitern, die sich mit dem Unternehmen verbundener fühlen und weniger wechselbereit sind.

Ergebnisse IBM Employee Index2

EX Design statt Change Management

Um das Arbeitserlebnis der Mitarbeiter zu steigern und dabei gleichzeitig bestimmte, für den Unternehmenserfolg wichtige Wirkungen zu erzielen ist es notwendig, das Arbeitsumfeld ganzheitlich zu gestalten.
Sozio-kulturelle und das räumliche sowie das technologische Umfeld müssen gemeinsam weiterentwickelt werden.
Was bringt das coolste Office, wenn sich auf „kununu“ herumspricht, dass der Führungsstil im Unternehmen altbacken ist? Und was bringt die beste Führungskultur, wenn die zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel jeden Tag erneut nur für Frust und Ärger sorgen?
Daher ist es unumgänglich, alle drei Aspekte des Arbeitsumfeldes gleichermaßen zu gestalten und gut aufeinander abzustimmen.
Ein komplexes Unterfangen, welches mit Employee Experience Design, kurz: EX Design, zu bewätigen ist.
EX Design ist die Methode, die es schafft, die Komplexität von ganzheitlichen Arbeitsumfeldprojekten zu bewältigen. In Österreich gibt es nun die Möglichkeit, das methodische Handwerk hierzu zu lernen und mehr über EX sowie über der Gestaltung neuer Arbeitswelten zu erfahren.

Mehr zu diesem, im deutschsprachigen Raum einmaligen Seminar, erfahren Sie hier.

Foto Credits: Malchev / Shutterstock

Grafik: SYMBIOS GmbH






Christian Vieira dos Santos

Geschäftsführer und Arbeitswelten Designer @SYMBIOS

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Kommentare

  • ONMA Hannover
    18/05/2018 10:46am (vor 8 Monate)

    Richtig guter Beitrag! Der hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt. Vielen Dank dafür!

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